Manifeste und Situationisten
Den Namen fand die Gruppe im Januar 1958, im selben Jahr erschien ihr erstes Manifest. Mitunterzeichner waren unter anderem Asger Jorn, Mitbegründer der Gruppe Cobra, und Erwin Eisch.
1959 trat SPUR der Situationistischen Internationale bei. Das war ein Netzwerk von Künstlern und Theoretikern um Asger Jorn und Guy Debord. Im April 1959 tagte ihre dritte Konferenz in München. SPUR verteilte dort das Flugblatt „Ein kultureller Putsch“. Im Februar 1962 schlossen die Situationisten die Münchner wieder aus.
Die Zeitschrift und der Prozess
1960 und 1961 erschienen sieben Hefte der Zeitschrift SPUR. Heft 6, „Spur im Exil“, war als einziges farbig gedruckt, in 1.500 Exemplaren.
Die Hefte brachten Prem, Sturm, Zimmer und Dieter Kunzelmann vor Gericht. Die Anklage lautete auf Gotteslästerung und Verbreitung unzüchtiger Schriften. Das Gericht verhängte rund fünf Monate Haft. In zweiter Instanz wurde Sturm freigesprochen, für die anderen sank die Strafe auf fünf Wochen auf Bewährung. 1975 wies das Bundesverfassungsgericht die Verfassungsbeschwerde endgültig ab.
Von SPUR zu GEFLECHT
1964 zeigte die documenta III in Kassel Arbeiten von Lothar Fischer und Heimrad Prem. Uwe Lausen malte ab 1961 im Umfeld der Gruppe und schrieb für Heft 6.
1965 schlossen sich die SPUR-Künstler mit der Münchner Gruppe WIR zusammen. Daraus wurde die Gruppe GEFLECHT.
SPUR und Cham
In Cham dokumentiert das Museum SPUR die Gruppe und ihre Verbindung zur Oberpfalz. 2016 feierte das Museum sein 25-jähriges Bestehen.
Das Cordonhaus, die Städtische Galerie Cham, zeigte 1984 eine Retrospektive von Heimrad Prem. 1999 folgten Arbeiten von Helmut Sturm aus 42 Jahren. Dort arbeitete Brigitte Weiss als Galeristin. Aus dieser Arbeit ist die Gründungssammlung gewachsen.








